1. Preis
Gedicht „Mein Name ist Vielfalt“
Gaye Yalcinkaya, Kauffrau für Digitalisierungsmanagement, JAV und Vertrauensfrau bei der Salzgitter Flachstahl GmbH, Gewerkschaftsjugend IGM Salzgitter/Peine
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus 2025 verfasste Gaye Yalçınkaya das Gedicht „Mein Name ist Vielfalt“. In ihrer Rolle als Jugend- und Auszubildendenvertreterin, Vertrauensfrau sowie Vertreterin der IG-Metall-Jugend Salzgitter/Peine präsentierte sie das Werk erstmals bei einer Großveranstaltung ihres Ausbildungsbetriebs, der Salzgitter Flachstahl GmbH.
Im Mittelpunkt steht die Perspektive einer Frau und Mutter, die seit ihrer frühen Kindheit mit Alltagsrassismus konfrontiert ist. In ihrem Werk macht sie persönliche Diskriminierungserfahrungen für Menschen greifbar, die selbst nicht davon betroffen sind. Als junge Mutter thematisiert sie zudem die quälende Sorge um die Zukunft ihres Kindes angesichts des erstarkenden Rechtsrucks. Doch statt in Ohnmacht zu verharren, wandelt sie diesen Schmerz in Entschlossenheit um.
Da kein vollständiger Mitschnitt existiert, hat die Autorin ihr Werk als Videobeitrag aufbereitet.
Begründung der Jury
Das Gedicht „Mein Name ist Vielfalt“ von Gaye Yalcinkaya, einer jungen Vertrauensfrau und JAV der Salzgitter Flachstahl GmbH aus Salzgitter, ist in jeder Hinsicht herausragend: klar, entschlossen und eindrucksvoll formuliert, von großer politischer Klarheit getragen und berührend.
In einer Zeit, in der Rassismus wieder lauter wird und rechtsextremer Diskurs zur Gewohnheit zu werden droht, setzt dieses Gedicht einen notwendigen, mutigen Gegenpunkt. Es bleibt nicht abstrakt, sondern benennt das, was viele erleben und zu oft allein tragen müssen.
Das Gedicht ist herausragend in seiner Analyse. Die Autorin spricht aus der Lebensrealität heraus. Lebensweltorientiert, ehrlich und ohne Umwege macht sie Alltagsrassismus sichtbar – am Arbeitsplatz, in der Schule, in Gesprächen, im Schweigen der anderen. Sie benennt Strukturen, Doppelmoral und Wegsehen.
Gleichzeitig ist das Gedicht zutiefst empowernd. Trotz Schmerz und Wut bleibt sie nicht bei der Anklage stehen. Sie öffnet einen Raum für Solidarität, Gemeinschaft und Hoffnung. Der Satz „Mein Name ist Vielfalt“ ist nicht nur ein poetisches Bild, sondern Selbstermächtigung, Stolz, Widerstand und Einladung zugleich. Die Autorin nimmt sich Raum, erhebt ihre Stimme und fordert andere auf, es ihr gleichzutun.
Es ist nicht nur ein Gedicht. Es ist ein Aufruf. Ein Zeugnis. Es macht Mut, nicht zu schweigen. Es fordert Verantwortung ein. Es glaubt an eine bessere Welt, ohne die Realität zu beschönigen. Es setzt ein starkes Zeichen dafür, dass Vielfalt keine Schwäche ist, sondern unsere größte Stärke.