2. Preis
Video-Projekt „Hände Pflegen - retten Leben - bauen Brücken“
Schüler*innen aus 6 Klassen (Ausbildung zur/m Pflegefachhelfer/in, Pflegefachfrau/-mann, Operationstechnische Assistenz) der NEW LIFE Akademie Neustadt an der Waldnaab
Das inhaltliche Konzept des Films entstand gemeinsam in einem Schulforum, basierend auf den echten Lebensrealitäten und persönlichen Erfahrungen der Schüler*innen. Ihr Anliegen war es, im Film bildhaft erfahrbar zu machen, wie es sich anfühlt, als fremder Mensch – im Film beispielhaft dargestellt durch das junge Mädchen Dimitra aus einem anderen Land – in einer neuen ‚Heimat‘ anzukommen und sich dort trotz der Schwierigkeiten orientieren und behaupten zu müssen.
Ziel war es, unterschiedliche Herkunftsgeschichten und die einzelnen Personen dahinter sichtbar zu machen und zugleich zu zeigen, wie wichtig Empathie, Offenheit und Zusammenhalt, vor allem in sozialen Berufen, für ein gelingendes Miteinander sind. Emily und Dimitra, zwei der Autorinnen, sagen dazu: „Uns war es wichtig, dass ein Statement gegen Rassismus und Hass in unserer Gesellschaft gesetzt wird, und wir fanden es sehr schön, wie wir dabei von der Schule unterstützt und gefördert wurden.“
Die Schüler*innen wurden durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und einem Verein unterstützt.
Begründung der Jury
Das Video „Hände pflegen – retten Leben – bauen Brücken“ der Schüler*innen der NEW LIFE Akademie Neustadt an der Waldnaab stellt eine herausragende Verknüpfung von beruflicher Identitätsbildung und politischer Bildungsarbeit gegen Rassismus dar.
Durch die Erzählung der Lebensgeschichte einer Schülerin wird die Erfahrung des „Andersseins“ und der rassistischen Ausgrenzung nicht nur theoretisch benannt, sondern emotional erfahrbar gemacht. Dem Projekt gelingt dabei der Übergang von der individuellen Verletzlichkeit hin zum Empowerment im professionellen Kontext. Der Lernort – die Akademie - wird als Schutzraum und Ort der Anerkennung dargestellt, in dem Vielfalt als essenzielle Ressource der pflegerischen Arbeit begriffen wird.
Ein zentrales Merkmal ist die vielschichtige Metaphorik der Hand. Hierbei wird fachliche Kompetenz untrennbar mit sozialer Kompetenz verwoben. Der Film zeigt eindrucksvoll, dass Empathie und Respekt das Fundament einer Gemeinschaft bilden und setzt ein sichtbares Zeichen gegen Rassismus, Ausgrenzung und für die Würde des Einzelnen.