Sonderpreis DGB Jugend Schleswig-Holstein

Projekt „Stolperstein für Bruno Paul“

VW24 - Mittelstufe der Auszubildende/n zur/m Verwaltungsfachangestellte/n am BBZ Bad Oldesloe: Demet Akbal, Finn Malte Blankenburg, Celina Buksmann, Hannah Lena Giencke, Luke Hartmann, Michelle Hoffmann, Sophie Korzen, Chantal Kurowski, Ida Lüth, Johanna-Sophie Pohl, Niklas Runne, Lena Soltau, Emily Sophie Stoffer, Kira Wittern

Im Rahmen des internationalen Projekts #StolenMemory verlegten die Schüler*innen des BBZ Bad Oldesloe im November 2025 einen Stolperstein für den jüdischen Mitbürger Bruno Paul. Der Grundstein für diese Initiative wurde im März 2025 während einer Zusammenarbeit mit einer polnischen Partnerschule in Poznań gelegt. Die Schüler*innen recherchierten eigenständig Lebensläufe von NS-Opfern und entschieden gemeinsam, dass Bruno Pauls Schicksal im Stadtbild sichtbar gemacht werden müsse. Von der historischen Recherche über die Antragstellung bei der Stadtverwaltung bis hin zur organisatorischen Planung der Gedenkfeier übernahmen die Jugendlichen alle Projektschritte in Eigenregie.

Die feierliche Verlegung wurde durch Redebeiträge des Bürgermeisters, der Schulleitung sowie aus der Schülerschaft begleitet. Musikalische Darbietungen der polnischen Partnerklasse und das Niederlegen weißer Rosen verliehen der Zeremonie einen würdevollen Rahmen. 
 

Projekt-Bericht als PDF

Begründung der Jury

Das Projekt „Ein Stolperstein für Bruno Paul“ am BBZ Bad Oldesloe zeigt auf eindrucksvolle Weise das außergewöhnliche Engagement und die hohe Selbstwirksamkeit der beteiligten Schüler*innen. Sie haben die Stolpersteinverlegung vollständig eigenverantwortlich vorbereitet und umgesetzt. Ihre Ideen, Initiative und ihr Verantwortungsbewusstsein haben den gesamten Projektverlauf geprägt.

Durch ihre Initiative bleibt die Erinnerung an das Schicksal von Bruno Paul lebendig, und es wird ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Das Projekt verdeutlicht, wie Stolpersteine als Bildungsinstrumente der Erinnerungskultur wirken – nicht nur als Gedenkzeichen, sondern als Möglichkeit, aktiv zur historischen Aufarbeitung beizutragen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.

Besonders bemerkenswert ist die Umsetzung im Rahmen eines deutsch-polnischen Austauschs, der die Verständigung und Sensibilität für Erinnerungskultur und Demokratie fördert. Mit diesem Projekt haben die Schüler*innen ein kreatives, reflektiertes und eindrucksvolles Beispiel für verantwortungsbewusstes Erinnern geschaffen.