Gegen Rechtspopulismus, für die Migrationsgesellschaft

Gewerkschafstag der GEW in Freiburg

Gute Bildung, gute Arbeit, mehr Investitionen – das waren Kernforderungen der GEW auf ihrem Gewerkschaftstag. Denn Bildung sei die Voraussetzung für ein friedliches und demokratisches Zusammenleben in einer Gesellschaft, so die Vorsitzende, unser Fördermitglied Marlis Tepe. „Bildung. Weiter denken!“ lautete das Motto des 28. Gewerkscha0stages der GEW, der vom 6. bis 10. Mai 2017 in Freiburg stattfand. Auch der Kumpelverein war mit dem Vorsitzenden Giovanni Pollice auf dem Kongress vertreten.

Mit überwältigender Mehrheit verständigten sich die 432 Delegierten des Gewerkschaftstages darauf, dass die Positionen der Alternative für Deutschland (AfD) sowie anderer rechtspopulistischer Gruppierungen mit den Werten und Zielen der GEW unvereinbar seien. Einen Ausschluss von AfD-Anhängern aus der GEW lehnten die Delegierten jedoch ab. Stattdessen seien alle Mitglieder aufgerufen, sich „Aktiv Schockgegen Rechts“ zu engagieren. Laut Beschluss sind alle GEW-Mitglieder aufgefordert „ganz klar Gegenposition zu beziehen“. Hetzpropaganda sei keine Meinungsäußerung, „sondern eine Form der Gewalt“.

Der Gewerkschaftstag rief alle Mitglieder auf, im Alltag deutlich zu machen: Die Alternative zu Rechts heiße Respekt und Solidarität. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Frage, wie man das Zusammenleben in Vielfalt gestaltet. Die GEW fordert, dass Politik und Gesellschaft Migration als Normalität anerkennen und politikfeldübergreifend gestalten müsse. Deutschlands Wirklichkeit werde längst grundlegend von Migration geprägt. Konkret verlangten die Delegierten, Asyl-, Migrations- und Entwicklungspolitik neu auszurichten, eine aktive Friedens- und Umweltpolitik zu betreiben sowie den Welthandel fair zu gestalten. Dies müsse begleitet werden von einem Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik, der den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert, Vielfalt und Gleichberechtigung anerkennt und von Reformen in der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik flankiert wird. Um diese Ziele zu erreichen, sei gute Bildung von herausragender Bedeutung.

Die GEW sieht Bildung als Querschnittsaufgabe. Sie müsse die ökonomische, politische, rechtliche, soziale und kulturelle Teilhabe aller Menschen ermöglichen und gesellschaftlichen Spaltungen entgegenwirken. Allgemein gebühre sozialer Gerechtigkeit und gesellscha0licher Teilhabe ein deutlich höherer Stellenwert. Die wiedergewählte Vorsitzende Marlis Tepe betonte, dass sie sich um das Thema Bildung in der Migrationsgesellschaft verstärkt kümmern werde. Diese Thema ist aus Sicht der GEW unmittelbar mit Inklusion verknüpft: „Die zentrale Aufgabe des Bildungswesens ist es, allen Menschen – unabhängig von ihrer sozialen und ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des aufenthaltsrechtlichen Status und anderen sozialen und persönlichen Voraussetzungen – eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung sowie Chancen für den größtmöglichen Bildungserfolg zu gewährleisten“, heißt es im GEW-Beschluss. Die GEW macht sich dafür stark, strukturelle, institutionelle und individuelle Diskriminierungen im Bildungswesen abzubauen und inklusive migrationspädagogische Ansätze in den verschiedensten Bereichen weiterzuentwickeln.

Mehr Informationen rund um den Gewerkschaftstag gibt es unter:
https://www.gew.de/28-gewerkschaftstag/

Foto unten: GEW-Jugend mit Giovanni Pollice (Mitte), Vorsitzender der Gelben Hand, Mark Haarfeldt (M.l.), Referent der Gelben Hand